about

In meinen bildhauerischen Arbeiten verhandle ich das Verhältnis zwischen unterschiedlichen Körpern, Volumina, Strukturen und Texturen. Zum einen verbinde ich stabile, unflexible Materialien wie Stahl mit fragilen, organischen Stoffen wie Kefir oder Kohle. Hierbei erfordert jedes Medium eine bestimmte Arbeitsweise und Technik, die stark voneinander abweichen können: Der Umgang mit Stahl – Schweißen, Schleifen etc. – impliziert ein isoliertes, starkes und lautes Arbeiten, während ein cremiges Produkt wie Kefir sehr behutsam und bewusst verarbeitet werden muss. Im Dialog wirken diese verschiedenen Stofflichkeiten ungewöhnlich auf ihr Gegenüber ein und können den Raum zugleich stärker bestimmen. Der massive Stahl wirkt selbstverständlich und leicht, der Kefir solide, die Farbigkeit künstlich, doch verheißungsvoll. Die Konfrontation unterschiedlicher materieller Beschaffenheiten in einer Skulptur ist in ihrem Werden noch nicht abgeschlossen, da die Materialien natürlichen Veränderungsprozessen unterliegen, die vom Betrachter beobachtet werden können. Meine Entscheidung, diese Entwicklung geschehen zu lassen und hierbei die Kontrolle aufzugeben, steht im Gegensatz zum gängigen Verständnis von Macht, wo Kontrolle ausgeübt wird, um Mensch und Natur zu beherrschen. Stattdessen kontrolliere ich die Form des skulpturalen Objekts und setze den Status Quo fest, von welchem ich mich dann bewusst befreie und das Kunstwerk sich selbst überlasse. Das Werk darf auf Ausstellungsbedingungen wie Licht, Feuchtigkeit, Temperatur etc. reagieren und entwickelt sich dabei weiter. Indem ich die Veränderlichkeit von Stoffen als einen natürlichen Prozess anerkenne, möchte ich zugleich die Bedeutung dieser Flüchtigkeit und Prozesshaftigkeit thematisieren. Neben organischen Elementen führt mich dies auch zu Bildern oder Materialien, die als Fragment einer intensiven Erinnerung für die Flüchtigkeit eines Moments stehen. In meinen aktuellen Arbeiten nutze ich genau diese Verbildlichungen meiner Erinnerungen, um Flüchtigkeit, Schnelligkeit und Bewegung darzustellen.

 

kristiane kegelmann wird von der galerie birds and richard vertreten, die in berlin und albuquerque (new mexico, USA) sesshaft ist.

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In my sculptural works I negotiate the relationship between different bodies, volumes, structures and textures. On the one hand, I combine stable, inflexible materials such as steel with fragile, organic materials like kefir or coal. Each medium requires a specific working method and technique, which can vary greatly: Working with steel – welding, grinding etc. – implies isolated, strong and noisy work, whereas a creamy product like kefir has to be processed very carefully and consciously. In dialogue, these different materials have an unusual effect on their counterparts and can at the same time determine the space more strongly. The solid steel seems natural and light, the kefir solid, the colouring artificial but promising. Often the completion of my work – the confrontation of different marterial qualities in a sculpture – is not expressed in standstill, but in transformation, as the materials are subject to natural processes of change that can be observed by the viewer. My decision to let this development happen and to give up further control is in contrast to the common understanding of power, where control is exercised to dominate man and nature. Instead, I control the form of the sculptural object and establish the status quo, from which I then consciously free myself and leave the artwork to itself. The work is allowed to react to exhibition conditions such as light, humidity, temperature, etc. and develops further in the process. By acknowledging the mutability of materials as a natural process, I’d like to address the significance of this volatility and processuality. Besides organic elements, this also leads me to images or materials that are presented as fragments of an intense memory, standing for the transience of a moment. In my current works I use exactly these Pictorializations of my memories to represent fleetingness, speed and movement.

 

kristiane kegelmann is represented by the birds and richard gallery, which is based in berlin and albuquerque (new mexico, USA).

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