• a ≡ a, installation sponsored by le manoir art, picture by philip nürnberger
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KRISTIANE KEGELMANN A≡A (IDENTITÄT) INTERAKTIVE SKULPTUR 2017

(Metall, Glas, Wasser, Spiegel, essbare Elemente)

Kristiane Kegelmann realisierte eine interaktive Skulptur mit dem Titel a ≡ a (Identität). Mit ihr behandelt die Künstlerin essentielle Fragen, die sich jeder von uns im Laufe seines Lebens stellt: „Wer bin ich und wie wirke ich auf andere?“ Der Begriff „Identität“ leitet sich von dem lateinischem Wort „Idem“ ab, was übersetzt der-, die-, dasselbe bedeutet. Identität bezeichnet allgemein die individuellen Eigenschaften einer Person, die den Kern ihres menschlichen Seins ausmachen. In ihrer Arbeit thematisiert die Künstlerin den immerwährenden Wunsch, die eigene Persönlichkeit als das Wesentliche in jedes Tun hineinzulegen und die Tatsache, dass gesellschaftliche Normen dies oft unmöglich machen.

Das Besondere an Kristiane Kegelmanns Skulpturen sind ihre Beschaffenheit und ihr „Werk Erleben“. Ihre Skulpturen enthalten essbare Elemente, die jedoch auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar sind. Die Künstlerin spielt mit Materialien und Oberflächen, gleicht essbare und nicht essbare Elemente einander an. Die performative Erfahrung gliedert sich in drei aufeinanderfolgende Abläufe: 1. Betrachten: der Versuch einer Einordnung 2. Eingreifen: berühren, essen und damit das Werk verändern 3. Wahrnehmen des veränderten Kunstwerkes mit seinen Leerstellen und Spuren. Bei alledem spielt Kristiane Kegelmann mit dem Faktor des Unerwarteten und Unkonventionellen.

Die Skulptur fordert den Betrachter nicht explizit zum Anfassen auf. Man kann diese Information beiliegender Dokumentation wie Flyern oder Wandtexten entnehmen. Zunächst findet also die visuelle Erfahrung statt. Das Auge sucht die Skulptur ab, versucht zu ergründen, welche Oberflächenstrukturen nach Essbarem aussehen – die Verunsicherung greift: ein schüchternes „sich umschauen“, was machen die Anderen, gefolgt von einem vorsichtigen Abtasten der Skulptur, um das Essbare zu finden, wodurch die visuelle Erfahrung von der haptischen und schließlich geschmacklichen Erfahrung abgelöst wird. Manch einem mag dabei die Stimme der Mutter im Kopf erklingen: „Mit Essen spielt man nicht“, doch Kristiane Kegelmann darf das. Kegelmann kombiniert unterschiedliche Komponenten und erzeugt ungewöhnliche Geschmacksrichtungen, die über süß bis hin zu salzig und beides zugleich reichen. Geschmacklich wie visuell wird der Betrachter überrascht, assoziiert man doch mit der verwendeten dunklen Schokolade einen bestimmten Geschmack, der sich jedoch nicht immer erfüllt.

Sie experimentiert mit verschiedenen Materialien wie Beton, Holz, Metall und gleicht die Oberflächenstruktur und Farbigkeit der essbaren Elemente an die jeweiligen, sich unmittelbar neben ihnen befindenden Materialien an, sodass es schwierig ist zu erkennen, wo das essbare Element beginnt und wo es aufhört. Kegelmanns Werke haben etwas Architektonisches, eine skulpturale Ästhetik, eine starke Anbindung an Licht und Schatten. Aus Essbarem und nicht Essbarem entsteht ein Gesamtkunstwerk, das aktiv vom Betrachter erlebt wird. Dieser wird in Kristiane Kegelmanns Skulpturen zu einem wichtigen Teil des Kunstwerkes, das nur durch ihn in seiner Bedeutung vollständig wird. Gleichzeitig fordert das “Werk erleben“ eine spezielle Art emotionaler und wahrnehmender Aufmerksamkeit. Dort, wo einst das Essbare lag, ist nun eine Leerstelle. Es bleiben Krümel und die nicht Essbaren Elemente zurück. Die Leerstellen werden wahrgenommen und verändern das Kunstwerk – übrig bleibt ein Zeuge des performativen Geschehens, das sich in ihrem für Le Manoir realisierten Werk a ≡ a (Identität) wie folgt abspielt und darstellt:

Das Kunstwerk besteht aus einem Becken aus Metall, Licht, Wasser, einem Spiegel und essbaren Elementen. Aus einem riesigen Metallbecken auf dem Boden mit länglicher Öffnung an der Oberseite strahlt Licht nach oben bis zu einem an der Decke hängenden Glasbecken. Dieses ist mit Wasser gefüllt und wird von einem Deckel mit einer verspiegelten Unterseite verschlossen. In der Mitte des Raumes, zwischen Glas und Metallbecken, schweben Stangen mit zum Teil essbaren Elementen. Beim Greifen nach diesen wird unser Blick als Betrachter dem Licht folgend nach oben gelenkt, bis wir uns mit unserem Spiegelbild konfrontiert sehen. Durch das Wasser ist dieses jedoch verschwommen und verfremdet. Wir sehen uns wie auf einer weiteren Ebene, die wir nicht rational greifen können. Wer wir sind und wie wir auf andere wirken lässt sich nicht konkret fassen.

Der Titel von Kristiane Kegelmanns Werk zu diesem Thema a ≡ a (Identität) ist nicht ohne Grund in der Sprache der Logik geschrieben. Er verdeutlicht, dass ein vollkommenes Erkennen unseres Selbst und unserer Wirkung auf andere nicht möglich ist. Die Logik ist eine philosophische Beurteilungskunst, mit der sich Argumentationen und Begriffsbildungen auf ihre Richtigkeit überprüfen lassen. In logischen Systemen wird Identität über Ununterscheidbarkeit eingeführt mit der Formel a ≡ a. Bei der Suche nach der eigenen Identität sei diese nicht ausreichend, so die Künstlerin.